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Indien 2017

Die erste Reise

Gruppenfoto Indienreise 2017

Erfahrungsbericht

von Julius Heisterkamp

Von Selfies, Slums und einer anderen Welt – Eine Reiseerzählung

Ein leeres, weißes Blatt Papier, die Aufgabe: Irgendwie in ein paar Sätzen und Bildern unsere 24 Tage Abenteuer in Indien verpacken. Haben Sie schon mal versucht, einen asiatischen Elefanten auf dem Fahrrad zu transportieren? Unmöglich, wenn Sie mich fragen - also versuche ich erst gar nicht unsere Reise auf dieser Seite zusammenzufassen, sondern vielmehr ein wenig Lust zu machen, andere Kultur selbst zu erleben. Ein herzliches Dankeschön gilt somit den Oblaten, die uns diese Erfahrungen und einmaligen Erlebnisse ermöglicht haben. In diesem Sinne komme ich auf den Elefanten zurück, den Sie auf den Gepäckträger schnallen wollten. Obwohl der Elefant selbst in Indien zuhause ist, hat der von außen betrachtete graue Riese relativ wenig mit dem Land zu tun. Das Land ist bunt, überall blinken Lichter, Trucks von allen Seiten bemalt fahren hupend durch die Stadt, während sie von Tucktucks und Fahrrädern umfahren werden. Aber der erste Blick täuscht ein wenig über die Realität hinweg, die sich an den Straßenrändern befindet. Der Gehsteig ist für deutsche Verhältnisse eine Müllkippe und an den Straßenecken befinden sich kleine Marktstände, die keiner Hygienevorschrift standhalten. Plötzlich kommt ein Mann mit einem Handy auf uns zu. Er begrüßte uns, als ob wir uns schon eine halbe Ewigkeit kennen würden und wollte anschließend mit uns ein Foto machen. Kein Problem, aber ein Fragezeichen stand uns allen in die Gesichter geschrieben. So, oder so ähnlich können Sie es sich vorstellen, als wir zum ersten Mal in Kontakt mit der indischen Kultur kamen. Ungewohnt für uns als Deutsche: Sowohl von fremden Menschen auf offener Straße umarmt und angesprochen zu werden, als auch die neue Aufgabe als Selfie-Star. Eine derart höfliche, offene und herzliche Begrüßung hatten wir nicht erwartet. In den Schulen und Einrichtungen, die wir auf unserer Reise besucht haben, wurden wir mit Blumen geschmückt und beschenkt. Sogar in den Slums luden uns die Bewohner in ihre Häuser ein, um uns Kekse und Getränke anzubieten. Es wurde zusammen getanzt, gekocht (natürlich scharf) und gelacht. Trotz einer komplett anderen Welt und über 8000 Kilometer weit weg von der Heimat, geärgert von gefühlt 1000 Mücken, hatte man zu jeder Zeit das Gefühl, zuhause zu sein. Abende in gemütlicher Runde und dabei ein Sonnenuntergang, den man nicht beschreiben kann – So wird aus einer Gruppe eine zweite Familie. 24 Tage gehen vorbei wie im Flug, was bleibt sind Bilder und Erinnerungen, vielleicht aber auch ein Stückchen mehr. Dieses Stückchen mehr ist der Gedanke daran, wie gut es uns eigentlich geht und wie schlecht wir uns dabei fühlen, wenn morgens der Kaffee kalt ist oder die Lieblingsmarmelade fehlt. Was wir gelernt haben, Freude neu zu definieren und uns an den kleinen Dingen im Leben zu erfreuen: Der Mitschüler, der mir was vom Müsliriegel abgibt, oder der Kollege im Büro, der Sie lächelnd begrüßt. Das ist Indien - Lachen, genießen, und davon lernen.